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Soziales


Traueranzeige: Erst Behinderte, dann ...?


22.01.2001 * (
JST)
Die Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung mahnt mit einer Traueranzeige zur Achtung vor dem Leben. Der 27. Januar ist der Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. An diesem Tag erinnert die Lebenshilfe mit einer Anzeigenkampagne in großen Tages- und Wochenzeitungen mit Unterstützung der Aktion Mensch (AM) speziell an 250 000 Menschen mit Behinderung - viele von ihnen mit geistiger Behinderung - die im Rahmen des Nationalsozialistischen "Euthanasie"-Programms ermordet wurden. Unterstützer dieser Aktion sind unter anderem Robert Antretter, Bundesvorsitzender der Lebenshilfe, ZDF-Intendant Prof. Dr. Dieter Stolte sowie Paul Spiegel, Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland und der Fernseh-Talkmaster Dr. Alfred Biolek.
Da Behiderte von den Nazis als "unnütze Esser" und "lebensunwertes Leben" angesehen wurden, betrachteten sie ihre Ermordung als eine "Erlösung". Behinderte waren die ersten, die den grausamen Morden zum Opfer fielen. Insgesamt kamen durch die -bei Behinderten zuerst ausprobierte- Methode, Menschen systematisch zu vergasen, mehr als 6 Millionen Menschen um. Die Nazis versuchten sogar, diese Morde zu verheimlichen, was ihnen jedoch nie wirklich gelang.
Der Vorsitzende der Lebenshilfe versteht die Traueranzeige als Protest gegen vergangene Verbrechen und zugleich als Warnung vor neuen Gefahren. Solche Gefahren sieht er in der aktuellen Diskussion über Sterbehilfe, das "therapeutische" Klonen, für das Embryonen geopfert werden, und Abtreibungen, weil das Ungeborene bei Schwangerschaftsuntersuchungen als warscheinlich "behindert" diagnostiziert worden ist.
"Die große Zahl der Ermordeten ist furchtbar und bedrückend.", so Robert Antretter. "Aber mindestens ebenso bewegt mich des Bild einzelner Menschen, die dieses Schicksal erleiden mussten. Daran denke ich oft, wenn ich die tiefe Verbundenheit in einem Blick zwischen Eltern und ihrem schwerbehinderten Kind erlebe: Dann sehe ich noch mehr das Unrecht, das man damals den Familien angetan hat!"


20.12.2000 * Berber-Fest: Der Weihnachtsmann arbeitet im Sozialamt


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